Seine Überlegungen spann er weiter aus und machte sich Gedanken über eventuelle Möglichkeiten an der Börse. Brooks hatte damals den kontinuierlichen Aufschwung der Industrie im Vergleich zur stagnierenden Landwirtschaft erkannt, und folgerichtig reagiert. Die Idee, selber ins Börsengeschäft einzusteigen begeisterte ihn und ließ ihn nicht mehr los.
Ein einzelner Farmer alleine setzt nicht gerne alles auf eine Karte und verfügt zudem meist nicht über das notwendige Kapital. Zudem hatte Brooks gerade sein Geld in den neuen Traktor investiert.
So begeisterte er Freunde und Nachbarn von seiner Idee und mobilisierte sie dazu, mit ihm gemeinsam in Form eines Investmentclubs an der Börse zu investieren. Sein Grundgedanke war, dass man als Gemeinschaft mehr Kapital aufbringen kann und die verschiedenen Vorschläge aus unterschiedlichen Meinungen innerhalb einer Gruppe nur von Vorteil sein können, wenn man gemeinsam überlegt, wie man sein Geld profitabel anlegen kann.
Amerika ist in vielen Dingen Deutschlands Vorreiter, so wurde auch diese glorreiche Idee in Deutschland erst ein halbes Jahrhundert später aufgenommen, denn 1962 wurde der erste Anlegerzirkel in Bottrop gegründet - es bestand begründeter Nachholbedarf.
Ein Jahr darauf wurde das Investmentclub-Konzept der deutschen Öffentlichkeit offiziell vorgestellt von der DSW, der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.
Der Erfolgskurs ließ sich nun auch hier nicht mehr bremsen; heute gibt es Deutschlandweit mehr als 7000 Investmentclubs, die Tendenz ist weiterhin steigend. In den Clubs wird das Geld der Kleinanleger gesammelt, um dann in größeren Summen in gemeinsam ausgewählte Wertpapiere zu investieren.
Der Zweck der Investmentclubs ist nach wie vor das gemeinsame Wertpapiersparen, das die Mitglieder verbindet. Interessierte Anleger, die einem Investmentclub beitreten, zahlen für ihre Einlage einen Einmalbetrag und steuern dann jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag bei, ganz ähnlich wie bei einem
Fondssparplan.
Durch Investmentclubs kommen auch unerfahrene Börsenneulinge zu einer Anlagenart, die ihnen vorher aus Unwissenheit und Unkenntnis heraus ein Buch mit sieben Siegeln war.
Wer Mitglied in einem Investmentclub werden möchte, hat es heute einfacher als in der Vergangenheit. Besonders in größeren Städten gibt es eine Vielzahl an Investmentclubs, aus denen man wählen kann.